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Der Kontinentale Zwergspaniel

Die von uns betreute Rasse wird korrekter Weise bezeichnet als "kontinentaler Zwergspaniel". Die beiden auftretenden Varietäten sind Papillon und Phaléne. Der Papillon wird wegen seiner stehenden Ohren Haltung und der langen Befransung "Schmetterling" genannt und der Phaléne erinnert mit seinen hängenden Ohren deutlich an einen Spaniel. Papillon und Phaléne sind lebhaft, zierlich und graziös, aber doch kräftig, von stolzer Art und im Gangwerk ungezwungen und elegant. Das Ursprungsland ist Frankreich.

Der intelligente Zwergspaniel ist dank seines Gewichts bis max. 5 kg auch in einer kleinen Wohnung zufrieden und kann seinen Besitzer überall hin begleiten. Papillon und Phalène haben ein reichliches, glänzendes Haarkleid ohne Unterwolle, ziemlich lang und seidig. Das Haar wird ganz natürlich belassen. Es stellt keine großen Ansprüche an die Pflege und nimmt wenig Schmutz an. Papillon und Phalène sind keine "Kläffer", passen aber auf und schlagen in besonderen Situationen sofort an. Bereits im 13. Jahrhundert finden sich auf alten Bildern feingliedrige Hündchen, die sich kaum von dem heutigen Phalène unterscheiden. Am französischen Hof haben sich die Luxushündchen mehrere Jahrhunderte großer Beliebtheit erfreut. Später besaßen sowohl Kaiserin Maria-Theresia von Österreich als auch ihre Tochter Marie-Antoinette die Zwergspaniel.

Rassestandart des Kontinentalen Zwergspaniels

KONTINENTALER ZWERGSPANIEL (Epagneul Nain Continental)

FCI - Standard Nr. 77

Steckbrief

Ursprungsland

Standardnummer

Widerristhöhe

Gewicht

Verwendung

FCI-Gruppe 9

Frankreich

77

ca. 28 cm

2 Kategorien:

1. weniger als 2,5 kg

2. Rüden: 2,5 bis 4,5 kg, Hündinnen: 2,5 bis 5 kg (Minimalgewicht: 1,5 kg)

Gesellschaftshund

Gesellschafts- und Begleithunde
Sektion 10 Kontinentale Zwergspaniel. Ohne Arbeitsprüfung.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD

Dieser kleine prachtvolle Spaniel mit langem Haar hat einen normalen, harmonischen Körperbau; sein mässig langer Fang ist kürzer als der Schädel. Der Kontinentale Zwergpaniel ist lebhaft und anmutig, jedoch auch robust und stolz in seiner Haltung. Sein Gang ist frei und elegant. Sein Körper ist etwas länger als hoch.

Kontinentale Zwergspaniels sind sehr familienbezogene, lebhafte Zwerghunde. Immer bereit zu Spielen, Toben und Schmusen, aber dennoch einfühlsam und mit einem feinen Gespür dafür, wenn der Besitzer etwas Ruhe haben möchte. Unstimmigkeiten innerhalb "seiner" Familie bemerkt er sofort und er leidet sichtlich darunter. Die Welt ist erst wieder für ihn in Ordnung, wenn alles wieder harmonisch ist und seinen gewohnten Gang geht. Er liebt lange Spaziergänge zu jeder Jahreszeit, und die Reste seines kleinen Spaniel-Instinktes lassen ihn gerne dieses oder jenes aufstöbern und verfolgen. Stöcken- oder Bällchenfangen und apportieren sind willkommene Einlagen während eines Spazierganges. Auch wenn er an sich mit normalem Gassigehen "um den Block" auskommt, sollte er regelmäßig längere Ausflüge zugestanden bekommen, bei denen er sich - frei von der Leine - richtig austoben kann. Der Kontinentale Zwergspaniel ist sehr verträglich mit anderen Hunden und keinesfalls zimperlich, so daß er bei vernünftiger Haltung schnell Freundschaften schließt.

GESCHICHTE: KONTINENTALER ZWERGSPANIEL 

Die korrekte, vollständige Rassebezeichnung lautet Kontinentaler Zwergspaniel, innerhalb dieser unterscheidet man zwei Varietäten:

Papillon (Stehohriger Typ)
Phalène (Hängeohriger Typ)

Allgemein wird der Ursprung der Zwergspaniels in Europa vermutet, obwohl nicht ganz ausgeschlossen werden kann, daß seine Vorfahren - wie so viele Zwerghunde - aus Ostasien stammen. Es wäre durchaus möglich, daß anläßlich der Entdeckungsreisen des Marco Polo Ende des 13. Jh. asiatische Hundezwerge ihren Weg nach Europa gefunden haben, die den Grundstein für die Entwicklung der Zwergspaniels gebildet haben könnten. Tatsache ist, daß erste Belege für die Existenz von kleinen Luxushündchen, die im Typ sehr genau unserem papillonheutigen Phalène entsprechen, erstmals auf italienischen Fresken und Ölbildern ab dem 13. bis 14. Jh. zu finden sind. Zumeist sind diese Hündchen zusammen mit Kindern oder Personen des Adels abgebildet. Es liegt nahe zu vermuten, daß aus den zur Jagd verwendeten Spaniels irgendwann eine Zwergform entstanden ist, die dann den hochherrschaftlichen Damen und ihren Kindern als Spielgefährten und Zeitvertreib überlassen wurden. Ein gewisser Jagdtrieb ist auch heute noch bei Papillons und Phalènes eindeutig festzustellen.

Obwohl die Verbreitung von Italien aus erfolgte, ist es doch eher Frankreich zu verdanken, daß sich die Rasse bis heute erhalten hat. Am französischen Hof haben sich Zwerghunde dieses Typs über mehrere Jahrhunderte großer Beliebtheit erfreut, ohne daß sich das äußere wesentlich veränderte. Auch am englischen Hof wurden Zwergspaniels gehalten, was durch entsprechende Bilder belegt ist, doch in England schien man den größeren Kopf mit phalènedem kürzeren, breiten Fang zu bevorzugen, und so haben sich im 18. Jh. die Typen endgültig in die Richtungen Englischer Toy Spaniel und Kontinentaler Zwergspaniel auseinanderentwickelt.

Die stehohrige Varietät muß sich irgendwann gegen Ende des 17. Jh. herausgebildet haben, denn erst ab ca 1700 findet man "Papillons" auf Gemälden.

Nach der französischen Revolution und demzufolge dem Niedergang des französischen Adels wird es lange Zeit still um die Zwergspaniels, und erst zum Ende des 19. Jh. finden sich wieder Liebhaber in Frankreich und Belgien, die sich engagiert darum bemühen, diese Rasse wieder auferstehen zu lassen. Aus diesem Grund gilt auch heute nach den FCI-papillonStandardfestlegungen der franco-belgische Raum als Ursprungsland der Kontinentalen Zwergspaniels.

Erst gegen Ende des 19. Jh. beginnt bei Hunden das Zeitalter der "Reinzucht", d.h., es werden bei bemühten Züchtern immer nur Hunde derselben Rasse miteinander verpaart. Um dies zu gewährleisten entstehenden Rassehundeverbände, man arbeitet mit Abstammungsnachweisen, es werden Ausstellungen veranstaltet und es werden für die einzelnen Rassen genaue Vorgaben entworfen, wie ein Hund dieser Rasse auszusehen hat, welche Eigenarten für ihn typisch sind usw. Die erste Rassebeschreibung (Standard) für Kontinentale Zwergspaniels wird um 1905 niedergelegt.

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